Naturgewalten

Wer Gemüse anbaut oder Tiere hält, weiß: Wir arbeiten nicht gegen die Natur, sondern mit ihr. Und genau deshalb bestimmt das Wetter unseren Alltag – manchmal mehr, als uns lieb ist.

Vor ein paar Woche haben wir zum ersten Mal seit Beginn unserer Gärtnerei einen richtigen Hagelschauer auf dem Acker erlebt. Die Folgen sind sichtbar: Ein Teil des Gemüses für die kommende Ernte ist nun etwas „löchrig“. Vor allem großblättrige Kulturen und junge, zarte Blätter haben einiges abbekommen. Der Mangold sieht etwas zerrupft aus und auch auf den Zucchini sind Schadstellen zu erkennen. Die Pflanzen verschließen diese zwar wieder, doch optisch bleiben kleine Narben zurück. Zum Glück kam etwas Regen zusammen mit wärmeren Temperaturen und hat den Pflanzen geholfen, sich zu erholen. Die lange Kälte zuvor hat dafür gesorgt, dass Gurken und Zucchini nur sehr langsam wachsen. Die Pflanzen tragen viele gesunde Früchte – sie brauchen einfach deutlich länger, bis sie erntereif sind.

Und kaum hatte sich das Wetter geändert, kam die nächste Herausforderung: die Hitze. Sie setzt nicht nur den Pflanzen zu, sondern auch der Gärtnerin. Trotz regelmäßiger Bewässerung fehlt das, was kein Schlauch ersetzen kann: ein ausgiebiger, gleichmäßiger Landregen. Wasser von oben versorgt den Boden auf eine ganz andere Weise und ist für das Bodenleben und die Pflanzen von unschätzbarem Wert.

Auch im Hühnerstall bleibt es spannend. Die Hühner befinden sich gerade in der Mauser. Während dieser natürlichen Phase erneuern sie ihr Federkleid und legen deshalb weniger Eier.
Zusätzlich mussten wir leider einen Wildangriff verkraften, bei dem einige Tiere ihr Leben verloren haben. Solche Ereignisse gehören leider ebenfalls zur Landwirtschaft – auch wenn sie jedes Mal schmerzen.

Genau hier zeigt sich aber, was Solidarische Landwirtschaft bedeutet: Wir teilen nicht nur die Ernte, sondern auch die Verantwortung und das Risiko. Fällt die Ernte einmal kleiner aus oder legen die Hühner weniger Eier, bleibt dieses Risiko nicht allein beim Gärtner oder Landwirt, sondern ihr Einkommen ist dennoch gesichert und wir alle genießen gemeinsam das, was die Natur uns gerade schenkt. Manchmal bedeutet das eben: ein Ei weniger, dafür aber das gute Gefühl, eine Landwirtschaft zu unterstützen, die im Einklang mit den Jahreszeiten arbeitet.

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner